Haben Sie schon gehört ...
 
 

Schönwald – Geburtsort der Kuckucksuhr

An einem Tag vor über 250 Jahren ...

Rauh pfeift der Wind über die unwirtliche Winterlandschaft. Die Bauersleut im "Höfle" haben sich in der düsteren Bauernstube versammelt und waren mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt. Die Frauen kümmerten sich zusammen mit den Mädchen und Mägden um Arbeiten wie Strohflechten, Wolle zupfen und Spinnen. Die Bauern zusammen mit Knechten und den Söhnen waren mit derberem Handwerk beschäftigt, Schindeln machen, Dichelebohre und Herrichten der verschiedensten Gerätschaften für den Hof.

Im kleinen Häuslein, welches zum Hof gehörte, lebte der Uhrmacher und "Häusler" Franz Ketterer, genannt "Treyer-Franz". Dieser nutzte die langen Wintermonate und tüftelte schon tage-, ja sogar wochenlang an seiner Erfindung. Zahlreiche Versuche sind schon fehlgeschlagen. Doch heute sollte der große Tag kommen. Der Bauer mit seiner Frau und den Kindern sowie die Mägde und Knechte sind vom Hofe herüber gekommen, um dem Ereignis "live" beizuwohnen. Und dann spät am Nachmittag rief es aus der Uhr zum erstenmal: "Kuckuck".

So oder ähnlich hätte damals (um 1735) die Presse über die Geburtsstunde der Kuckucksuhr geschrieben, aber der "Vogel in der Uhr" kam im Stillen zur Welt.

Zusammen mit Simon Dilger aus Schollach gilt Franz Ketterer als einer der Stammväter der Schwarzwälder Uhrmacherei. Ihm zu Ehren wurde die 1993 umgebaute Festhalle benannt, die Uhrmacher-Ketterer-Halle. Der Heimatverein Schönwald setzte Franz Ketterer ebenfalls ein Denkmal. Beim "Höfle" erinnert ein Gedenkstein mit einer bronzenen Kuckucksuhr an den Erfinder der Kuckucksuhr.

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